Kölner Rebell stürmt die Bühne

1680 lädt Kölns Oberbürgermeister Maximilian von Cronenburg aus Anlass seines Geburtstages zu einem ausgelassenen Maskenball. Mitten ins Fest platzt Nikolaus Höwedes – eine rüpelnde Schar Kölner Bürger im Schlepptau. Plötzlich löst sich ein Schuss. Schneller als sich der Pulverdampf senkt, entwickelt sich zwischen den erschrockenen Festgästen und den Eindringlingen ein undurchschaubarer Tumult. Erst der charismatische Fremde mit der Halbmaske weiß den Konflikt zu entschärfen.

files/projekt/img/caecilia-wolkenburg/die-letzten-10-jahre/Bildergalerie_2014/programm_Cover14.jpg

Tempo- und pointenreich erzählt Autor und Regisseur Kalle Kubik im Divertissementchen "Dä Schinghillige" die Geschichte des Kölner Hutmachersohns Nikolaus Gülich, der wie unser Zillche-Rebell Höwedes als Anführer einer Protestbewegung gegen die Cliquenwirtschaft der Kölner Stadtführung kämpfte. Ob das historische Original auch in bester Zillche-Manier singen und tanzen konnte, ist nicht überliefert.

Schnell spricht sich in Köln herum, wer den Bürgermeister und seine Gäste vor dem Revoluzzer und seinen Kumpanen bewahrt hat: Chevalier Bernard de Châteaubriand heißt der Unbekannte, der sehr reich sein, gute Geschäftsverbindungen zu den Fuggern in Augsburg sowie Drähte in die Schweiz und in den Vatikan haben soll. Nur Gutes hört man über Châteaubriand in den Straßen Kölns: Erfolgreich und dennoch so bescheiden sei der edle Herr, sein christliches Mitgefühl für seine Mitbürger vorbildlich. Selbst seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als „Frauenversteher“ bringen dem Fremden mehr Respekt als Neid ein. Nicht nur die Kölner Bürger, auch die Mehrheit des Kölner Rates und die Familie der Mutter des Oberbürgermeisters weiß Châteaubriand mit Charme und rhetorischer Brillanz für sich zu begeistern.

Doch plötzlich gerät die heile Welt des fremden Chevalier Bernard de Châteaubriand im "hillige Kölle" ordentlich aus den Fugen und es kommt zu  sehr turbulenten Wendungen.