Divertissementchen 2021: Corona Colonia

Das Divertissementchen im Spiegel der Presse

Zillche 2021

Der Mut, dieses etwas andere Divertissementchen auf die Beine zu stellen hat sich gelohnt. Das Ergebnis ist überragend. Gute Stimmen, überzeugende schauspielerische Leistungen, überraschende Ideen und witzige Dialoge sind so, wie man es gewohnt ist. Besonders ist etwas anderes. Obwohl der direkte Kontakt zwischen Akteuren und dem Publikum fehlt, springt der Funke über. Das heimische Wohnzimmer wird zum privaten Konzertsaal. Man sitzt in der ersten Reihe und plötzlich applaudiert man und hofft, dass die bei den Künstlern ankommt. Weil die Sänger und Tänzer unbeschwert auftrumpfen, darf auch der Zuschauer lachen und fröhlich sein.

Kölner Stadt-Anzeiger, 20.01.2021

Niemand veralbert die Pandemie – keine leichte Aufgabe in einer Komödie. Aber das gelingt keimfrei. Und wirklich ganz warm ums Herz wird es über die gesamte Schlussphase, bis Colonia die Corona-Panik zusammenfasst: „Du brauchst Humor, wenn Du Angst hast oder wenn du unter Druck stehst. Denn Humor schweißt zusammen und Lachen ist sowieso gesund. Dafür macht das aktuelle Divertissementchen auch auf der Leinwand Mut. Dafür sei den unerschütterlichen Aktivisten des KMGV gedankt.

Kölnische Rundschau, 20.02.2021

Am Ende, als die Kölner endlich Flagge zeigen und zusammenstehen öffnet sich ein Fenster und Mutter Colonia spricht zu ihren Bürgern: „Wer sagt, dass für Humor kein Platz ist, der weiß nicht, wie ernst die Sache ist.“ Spätestens da hat mich dieses online-Zillchen gepackt und es drückt sich so manches Tränchen durch. Wie gern würde ich jetzt aufspringen, klatschen und noch lauter „Bravo“ rufen. Und ich weiß: Nächstes Jahr im Staatenhaus. Live, große Bühne, tolle Kulissen, kernige Stimmen – das Zillchen wird neu geboren.

Express, 20.01.2021

Die Oper Köln rettet mit „Corona Colonia“ als Stream den Kölner Karneval. Menschen wie ich, für die Kölsch die Muttersprache ist, blühen auf, für Nicht-Rheinländer ist der Wortwitz mitunter nicht zu verstehen. Die Kölner Karnevalsschlager sind gerne sentimental, ich habe am Schluss vor Rührung geweint. Lajos Wenzel ist für Libretto und Regie verantwortlich. Unter der technischen Gesamtleitung von Volker Rhein entfacht sich ein Feuerwerk von witzigen Einfällen und Selbstironie, was sowohl die eigene Rolle als Chorsänger und Frauendarsteller angeht als auch ihr Verhältnis zur Staatsmacht und den rheinischen Katholizismus betrifft. Für Rheinländer ist das Divertissementchen ein Muss in der fünften Jahreszeit, gerade, wo es sonst nichts gibt.

Das Opernmagazin, 20.01.2021

So veräppelt das neueste Divertissementchen des Kölner Männergesangvereins die berühmte Virus-Heilige „Corona“ und präsentiert in der Kölner Oper das ungewöhnlichste Zillchen aller Zeiten – aber als geschrumpfte Light-Version nur im Video-Stream. Ein Zillchen in Lightversion mit wenig Sängern und Musikern auf der Bühne, kaum Tanz, viel Witz, aber auch trotz der Kürze mit thematischen Längen. Doch es ist vor allem ein Trost in dunklen Corona-Tagen.

BILD, 19.01.2021