KMGV führt "Wilhelm Tell" konzertant auf

Gioachino Rossini
Gioachino Rossini

Am 1. Juli 2012 bringt der Kölner Männer-Gesang-Verein die Oper "Guillaume Tell" von Gioachino Rossini zur Aufführung. Die "Grand Opéra" über den schweizer Freiheitskämpfer Wilhelm Tell wird in einer konzertanten Fassung (auf 2,5 Stunden gekürzt) in französischer Sprache ab 16 Uhr in der Kölner Philharmonie erklingen.

Kernstück des KMGV-Philharmoniekonzertes werden die großen Chorpartien der Oper sein: Gemeinsam mit dem Philharmonischem Chor Köln und dem Jungen KonzertChor Düsseldorf werden die Sänger des Kölner Männer-Gesang-Vereins den Bewohnern von Unterwald, Uri und der Schwyz eine mächtige Stimme verleihen.
Unterstützt werden die Chöre von den Solisten Martin Berner (Bariton), Eleonore Marguerre (Sopran), Uwe Stickert (Tenor) und Wieland Satter (Bassbariton) sowie der Philharmonie Südwestfalen – dirigiert von Bernhard Steiner, dem musikalischen Leiter des Kölner Männer-Gesang-Vereins.

Der Karten-Vorverkauf hat begonnen >>

"Wilhelm Tell", die letzte Oper von Gioachino Rossini, bietet ein hervorragendes Beispiel für die Bedeutung des italienischen Komponisten für die Entwicklung der Oper. Der Name Rossini steht für die Entwicklung der Oper hin zum durchkomponierten "Musik-Drama". Kaum verwunderlich, dass sich Rossini des sagenhaften Stoffes um die Befreiung der Eidgenossen von der Tyrannei der Habsburgischen Krone und den damit verbundenen Legenden um den Freiheitskämpfer Wilhelm Tell gerne angenommen hat.

Rossini hat sich so sehr in die Geschichte hinein versetzt, dass er ein Opernwerk mit einer Gesamtlänge von über vier Stunden geschaffen hat. Gewürzt mit Arien, die vor allem die Tenöre vor kaum lösbar Aufgaben stellt und angereichert mit voluminösen Chorstücken, in denen die Bewohner der Urkantone ihre Bereitschaft zum Kampf gegen die Tyrannei musikalisch eindrucksvoll verkünden.

Handlung der Oper "Wilhelm Tell" von Gioachino Rossini

Erster Akt: Kleines Dorf inmitten der Berge

In einem Schweizer Dorfe wird ein Fest vorbereitet. Wilhelm Tell, seine Frau, sein Sohn und ein Fischer sitzen vor ihrem Haus und unterhalten sich. Der alte Melchthal und sein Sohn Arnold kommen hinzu. Melchthal soll den Vorsitz der Feierlichkeiten übernehmen, bei denen drei Paare getraut werden. Er neckt seinen Sohn, dass es für ihn ebenfalls an der Zeit wäre zu heiraten. Als alle in der Wohnung Tells sind, bekennt Arnold, dass er in die schöne Habsburger Prinzessin Mathilde verliebt sei und sich dadurch sein Volk zu Feinden machen könne. Da sie jetzt mit dem verhassten Landvogt Gessler auf der Jagd sei, will er ihr entgegen gehen. Tell, der gerade aus seinem Hause tritt, sieht die Traurigkeit Arnolds. Er mahnt ihn an seine patriotischen Pflichten. Arnold, der hin und her gerissen ist, zwischen Vaterland und seiner Geliebten, bekennt sich schließlich doch zu seinen Pflichten. Das Dorffest beginnt. Melchthal segnet die drei Brautpaare und erinnert diese an die vaterländischen Pflichten. Tell, der sah, wie sich Arnold entfernte, geht ihm nach. Es wird getanzt, gesungen, bei einem Bogenschießen geht Tells Sohn Gemmy als Sieger hervor. Plötzlich wird das Fest jäh unterbrochen. Der Hirte Leuthold rennt ins Dorf, auf der Flucht vor Gesslers Soldaten. Er hat einen Soldaten getötet, der seine Tochter entführen wollte. Er bittet einen Fischer, ihn über den Vierwaldstättersee zu bringen. Doch für diesen ist der Sturm zu stark. Tell kehrt zurück. Er erklärt sich bereit, Leuthold mit dem Boot über den See zu bringen. Als sie am anderen Ufer ankommen, erscheint Rudolf, der verhasste Anführer von Gesslers Soldaten, zum Fest. Er fragt nach den Flüchtigen, doch keiner gibt ihm Antwort. Der alte Melchthal spricht sogar: Schweizer seien keine Angeber! Rudolf lässt Melchthal verhaften und das Dorf in Brand stecken. Als das Dorf niedergebrannt und Melchthal weggeschleppt wird, schwören die Einwohner Rache an den Unterdrückern.

Zweiter Akt: Ein tiefes Tal 

In einem tiefen Gebirgstal zieht ein Jagdzug vorüber. Die Teilnehmer drücken ihre Freude über das Jagdvergnügen aus. Mathilde hat sich von der Jagdgesellschaft entfernt, um ihren Geliebten Arnold zu treffen. Als er eintrifft, spricht er die Standesunterschiede an. Sie sagt ihm, wenn er auf dem Feld der Ehre Heldentaten vollbringt, hat er jedes Anrecht, um ihre Hand anzuhalten. Sie versprechen, sich am kommenden Tage wieder zu sehen. Sie will aber verschwinden, bevor Tell oder einer seiner Freunde sie zusammen sehen. Tell hat Mathilde noch gesehen. Sein Misstrauen gegen Arnold ist geweckt, und er macht ihm schwere Vorwürfe. Da kommt Walther Fürst mit der Nachricht, dass Arnolds Vater Melchthal von den Soldaten erschlagen wurde. Sofort schließt sich Arnold dem Tell an. Nun kommen auch Vertreter der drei Urkantone. Nachdem diese angekommen sind, begrüßen sie Tell und ernennen ihn zu ihrem Führer. Sie wollen für die Freiheit des Vaterlandes bis in den Tod kämpfen.

Dritter Akt

Erstes Bild: Abgelegene Gegend, eine Kapelle im Hintergrund. Mathilde und Arnold treffen sich an einer abgelegenen Kapelle. Er erzählt ihr vom Tode seines Vaters, und dass er sich dem Freiheitskampf angeschlossen hat. Mathilde ist traurig und fleht ihn an, auf sich acht zu geben. Beide trennen sich, scheinbar für ewig.

Zweites Bild: Marktplatz zu Altdorf, Burg Gesslers im Hintergrund. In Altdorf lässt der Landvogt Gessler den Jahrestag der Habsburgischen Herrschaft feiern. Da sich die Schweizer nicht aufzulehnen wagen, feiern und tanzen sie mit. Dann fällt es Gessler ein, seine Untertanen weiter zu demütigen. Er lässt eine Stange mit einem Hut darauf aufstellen, vor dem sich jeder Untertan verneigen muss, der daran vorbeigeht. Alle tun es, mit Ausnahme von Tell und seinem Sohn. Rudolf nimmt beide fest und führt sie vor Gessler. Tell lässt sich aber nicht einschüchtern. Rudolf erkennt in Tell nun den Mann, der Leuthold über den See ruderte. Gessler lässt Tell seine ganze Grausamkeit spüren. Da er bemerkt, dass die Sorge Tells einzig seinem Sohn gilt, befiehlt er ihm, dass er einen Apfel vom Kopf des eigenen Kindes schießen soll. Vor lauter Angst demütigt sich Tell, wirft sich sogar Gessler zu Füßen, dieser bleibt aber hartherzig. Tell sagt seinem Sohne, dass er sich nicht rühren solle, zielt und schießt den Apfel vom Kopf. Gessler hatte gesehen, dass Tell einen zweiten Pfeil zu sich gesteckt hatte, und fragt nach dem Grund. Tell antwortet, dass dieser Pfeil für den Landvogt bestimmt gewesen sei, falls er den Apfel verfehlt hätte, und dieser Pfeil hätte sein Ziel nicht verfehlt. Der Landvogt lässt Tell und seinen Sohn verhaften. Mathilde, die gerade noch rechtzeitig dazukam, und entsetzt über die Brutalität Gesslers ist, befreit den Knaben. Tell soll in Ketten nach Küssnacht gebracht werden. Während dieser Ereignisse hat sich die Stimmung im Volk gewandelt. Man drückt nun seinen Hass und Abscheu gegen die Tyrannen offen aus.

Vierter Akt

Erstes Bild: In der Hütte des alten Melchthal. Arnold ist in der Hütte seines Vaters und klagt sein Leid. Immer mehr Schweizer, welche die Unterdrückung beenden wollen, eilen zu ihm.

Zweites Bild: Felsgegend am Vierwaldstättersee. Mathilde bringt Gemmy zu seiner Mutter zurück. Sie umarmen einander, und Mathilde lässt verlauten, dass sie sich dem Freiheitskampf anschließen will. Da erinnert sich Gemmy an einen Auftrag. Er steckt die Hütte seines Vaters in Brand, was das Signal für die Eidgenossen sein soll. Vorher hat er Armbrust und Köcher seines Vaters in Sicherheit gebracht. Auf dem See wütet ein Sturm. Nur der gefangene Tell ist während des Sturmes in der Lage, das Schiff zu steuern. Tell springt an Land und stößt das Schiff samt Gessler und seinen Soldaten zurück auf den See. Gessler kann sich jedoch retten und schreit nach Rache. Tell, der das ganze Volk nun auf seiner Seite hat, spannt seine Armbrust und befreit die Schweiz von dem Tyrannen. Kurz darauf erscheint Arnold mit seinen Genossen und verkündet, dass Altdorf in ihren Händen sei. Ein großer Freiheitschor beschließt die Oper.

Unter der musikalischen Leitung des Dirigenten des KMGV, Bernhard Steiner, wirken mit:

  • Martin Berner Bariton (Wilhelm Tell) 
  • Eleonore Marguerre Sopran (Prinzessin Mathilde von Habsburg) 
  • Uwe Stickert Tenor (Arnold) 
  • Wieland Satter Bassbariton (Geßler/ Walter Fürst) 
  • Junger KonzertChor Düsseldorf (Einstudierung: Guido Harzen)
  • Philharmonischer Chor Köln (Einstudierung: Horst Meinardus) 
  • Philharmonie Südwestfalen 
  • und natürlich der Kölner Männer-Gesang-Verein.

Kartenvorverkauf und Public Viewing

Karten für das Jahreskonzert sind über alle bekannten Vorverkaufsstellen und über das Sekretariat des KMGV (Tel.: 0221 - 23 12 32) erhältlich.

Im Anschluss an das Konzert veranstaltet der KMGV im Großen Saal der Wolkenburg ein "Public-Viewing" des Endspiels der Fußball-Europameisterschaft. Alle Gäste des Konzerts sind herzlich eingeladen, das Fußballspiel in der Wolkenburg mitzuverfolgen. Details werden in Kürze hier auf der KMGV Internetseite publiziert.


Zurück